Gleichstellung braucht keine Sonderbühne – Frauenpolitik ist mehr als Symbolik
Gemeinsame Stellungnahme der Ratskandidatinnen von CDU, FDP und AFB-WG
Barsinghausen. Die Reaktion der Grünen auf eine abgesagte Veranstaltung der Gleichstellungsbeauftragten zur Kommunalwahl am 13. September wirft bei einigen Kandidatinnen eine grundsätzliche Frage auf: Warum sollen Frauen im Jahr 2026 ihre politischen Überzeugungen in einem gesonderten Forum vorstellen, während männliche Kandidaten dies nicht müssen? Natürlich teilen wir das Anliegen, mehr Frauen für die kommunalpolitische Arbeit zu motivieren und deshalb danken wir Frau Brandts ausdrücklich für ihr Engagement.
Aber: Wir kandidieren für dieselben politischen Ämter wie unsere männlichen Mitbewerber – mit denselben Rechten und derselben Verantwortung. Gleichstellung bedeutet für uns, selbstverständlich Teil des politischen Wettbewerbs zu sein und nicht in ein separates Format ausgelagert zu werden. Frauen benötigen keine Sonderbühne oder einen geschützten Raum, um ihre politische Kompetenz unter Beweis zu stellen.
Eine derartige Aktion wirkt eher wie ein symbolisches Alibi als ein ernst gemeinter Beitrag zur Förderung von Frauen in der Politik und dies gilt insbesondere für die Reaktion der Grünen auf die Absage der Veranstaltung.
Der Versuch der Grünen, aus der Absage den Eindruck abzuleiten, andere demokratische Parteien und Wählergemeinschaften hätten ein geringeres Interesse an Gleichstellung oder gar an den Rechten von Frauen, ist abscheulich. Der Verweis auf Angriffe der AfD auf Frauenrechte steht in keinem sachlichen Zusammenhang mit der Entscheidung vieler Kandidatinnen, an einem aus mancher Sicht ungeeigneten Veranstaltungsformat nicht teilzunehmen. Diese Entscheidung gar als „bedenklich“ einzustufen, stellt einen infamen Übergriff dar und wir verwahren uns ob derartiger Unterstellungen. Eine solche Zuspitzung dient eher der politischen Inszenierung als einer ehrlichen Debatte.
Wir alle engagieren uns seit Jahren kommunalpolitisch – nicht, weil wir als Frauen eine Sonderrolle einnehmen wollen, sondern weil wir Verantwortung für unsere Stadt übernehmen. Genau darin sehen wir gelebte Gleichberechtigung: Frauen nicht auf ihr Geschlecht oder eine Quote zu reduzieren, sondern sie selbstverständlich als politische Persönlichkeiten wahrzunehmen.
Mehr Frauen in der Politik zu gewinnen, bleibt ein wichtiges gemeinsames Ziel. Dieses Ziel erreichen wir durch glaubwürdige, nachhaltige und kontinuierliche Arbeit – unabhängig vom Wahltermin.